Donnerstag, 30. März 2017

Punk- One-Way Ticket: Das Buch


Autor: Benjamin & Sebastian Podruch, Chrisriane Tramitz
Titel: Dieses schöne Scheißleben

Verlag: orell füssli
Seiten: 242
ISBN: 978-3-280-05629-5
Preis: 17,95€
Sprache: Deutsch
Publikationsjahr: 2017


Es geht um...
Die Punk-Zwillinge Sebastian und Benjamin, Benjamin schreibst in Haft sein Leben zusammenfassend auf- das ist quasi dann dieses Buch.
Mit 14 verlassen die Herren das Elternhaus und leben erst in Jena, später in Berlin und dann ein bisschen überall auf der Straße. Das Buch ist ein Rückblick auf diese Zeit und Benjamins Gedanken dazu in der Haft.

Und naja- dann passieren Dinge die halt passieren: Prügeleien mit Nazis, Alkohol und Drogen, das unbequeme Leben in Obdachlosigkeit, Freunde und Frauen.
Benjamin Podruch berichtet von der Flucht von zu Hause, die Gefühle gegenüber seiner Mutter, und auch gegenüber dem prügelnden Stiefvater- die Zeit in Jena und die Punkfreunde und den Umzug nach Berlin, den Freunden die die Zwillinge dort haben. Seine Beziehung mit Saska, und das gemeinsamen Abgleiten in die Heroin-Sucht- Entzug mit seiner Freundin und die Entstehung eines gemeinsamen Sohnes. Schlussendlich macht sich die Freundin mit neuem Partner auf nach Spanien, wo man den Sohn später in ein Heim steckt, Benjamin kommt später nach Spanien nach um das Kind aus dem Heim zu holen, sein Sohn ist aber nicht mehr da.
In dieser Zeit auch die Trennung von seinem Zwillingsbruder Sebastian, der zwischendurch erst in Göttingen Rock Bottom auf Heroin Addiction hittet und später aus Berlin nach Wien geht.
In Wien dann die Verhaftung und Überführung nach Moabit für schwere Körperverletzung.
Im Gefängnis Wiedersehen, mit Ex-Freundin Saska und Sohn, die inzwischen in Frankreich leben.
Nach der Entlassung macht Benjamin sein Versprechen wahr, und fährt zu seinem Sohn und macht mit ihm Urlaub.

Außerdem: Gehen die Mädels des Freundeskreises für Heroin auf den Strich und die Jungs passen auf, Leute sterben, man nimmt ihnen die Kinder weg, sie haben kein Geld und können sich nicht waschen, beide Brüder schließen die Schule schlecht ab und haben keine Ausbildung und alle sind Alkoholiker.
(Und ein paar haben ernste Traumata...)


Das liest sich...
Also....
Man muss das Buch immer mal weglegen, beiden Jungs wird ADHS diagnostiziert- und wer schon mal länger mit Leuten erzählt hat die wirklich ein Aufmerksamkeitsdefizit haben, der weiß: das kann ein bisschen anstregend werden- und so liest sich das Buch.
Die Sprache ist rotzig und oll- und nicht so- ähm- politisch korrekt. Aber wer davon überrascht ist hätte vielleicht die Biografie von Gerhard Schröder lesen sollen.
Das Buch hat grob ein Kapitel in der Vergangenheit und dann anschließend ein Kapitel im Knast- das ist ok, aber nicht mein Ding.

Außerdem bietet der Lebenslauf viel Zeug- man hätte auch ein 300-400 Seiten Buch draus machen können- wäre vielleicht auch spannend gewesen- auf jeden Fall hat es Geschichten für so viele Seiten. Aber man hat sich dagegen entschlossen- ok.

Und das Buch ist so positiv- wie machen die das?
Da sterben Leute! Leben auf der Straße ist nicht geil, und das Buch vermittelt ungewollt ein sehr positives Bild, dass liegt denke ich an den Autoren, die sind glaube ich einfach positiv- und ich bin kein sehr optimistischer Mensch.

Das Buch war mein persönlicher LBM -Fund (ich war nicht da, bin aber im Programm der LBM auf das Buch aufmerksam geworden) und ich mochte es sehr gern: aber es ist kein Lebenslauf, es ist keine Drogengeschichte es baut einen nicht auf- aber es macht einen auch nicht traurig (naja vielleicht ein bisschen).

Fazit:
- 17,95 ist ein happiger Preis
- für alle Punk-Kids unter 18: Finger weg!
- für wen ist das Buch was? Keine Ahnung- ich mochte es

Punktabzug:
- wegen mangelndem moralischem Appel- für die Jungs mag das Leben so gut sein-ist es aber nicht, jüngere Leser könnten der Illusion erliegen das so ein "Punker-Leben" ganz nice ist-ist es aber nicht. Ich finde auch alles geil wenn ich besoffen bin- aber es ist nicht alles geil
- Saufen, Party, Ficken ist cool- aber naja nicht so Punk- finde ich, aber vielleicht bin ich einfach nur traurig das es kein Wort über Politik gab- aber so gar keins





Ah: Anmerkung an die Autoren: Jahreszahlen sind 1 geiler Shit und wären hier nice gewesen- so vong Orientierung her...

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